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Frösche - Amphibien – Land- und Wasserlebewesen

junger Frosch - Entwicklung Kaulquappe zum Frosch

Ein klassischer Fall unter den Wirbeltieren stellen die Amphibien dar. Ihr „Doppelleben“ d.h. die Fähigkeit im Wasser auf dem Land – eigentlich richtiger an der Luft – zu leben, spiegelt sich schon im Namen wider. Als „Paradepferd“ dient meist der Frosch, obwohl sich die Umwandlungsprozesse gleichermaßen gut bei anderen Formen von Amphibien verfolgen lassen. Es mag sein, dass dafür sein vergleichsweise auffälliger Lebenszyklus einschließlich der unüberhörbaren akustischen Präsenz verantwortlich zeichnet. Das plötzlich Massen auftreten von Jungfröschen nach Abschluss der Metamorphose im August/September gab früher mancherorts Anlass zu Berichten über „Froschregen“. 
Jungfrosch schöne Bilder von Fröschen


Sehen wir uns die Entwicklung am Beispiel eines Grasfrosches (Rana temporaria) an. Wenn nach etwa 3 bis 4 Wochen aus den großen Laich-ballen die blauschwarzen Kaulquappen, wie man die Larven im allgemeinen bezeichnet, schlüpfen, besitzen diese zur Atmung seitlich am Kopf abstehende, büschelförmige äußere Kiemen und einen Ruderschwanz. Mit Hilfe eines Sekretes von kehlständigen Spinndrüsen (Haftorgan) heften sie sich an der Gallert des Laichklumpens, an Wasserpflanzen oder Steinen fest. Anfangs wird noch keine Nahrung aufgenommen. Bald bilden sich aber in der Umgebung des Mundes in Reihen stehende feine Hornzähnchen aus. Der Mund erhält durch Umwandlung des Epithels hornige Kiefer. In diesem Entwicklungsstadium wächst von hinten her eine Hautfalte beiderseits über die Kiemenbögen, und die äußeren Kiemen werden zurückgebildet. In dem so entstandenen Kiemenraum, der durch ein Atemloch (Spiraculum) nach außen mündet, entwickeln sich neue, innere Kiemen. Die noch gliedmaßenlosen Kaulquappen schwimmen durch Schlängelbewegungen des Körpers und Ruderschwanzes geschickt im Wasser umher. Mit den Kiefern werden Algen und Wasserpflanzenteile abgeraspelt. Vom Boden holen sie sich das dort meist reichlich vorhandene zerfallene tierische und pflanzliche Material. 
Grasfrosch sitzt auf Pflanze - schöne Fotos von Fröschen


Im Laufe der Metamorphose entwickeln sich zuerst rechts und links am Schwanzansatz der Kaulquappe die Hinterbeine. Die Vorderbeine sind zunächst noch unter der Kiemenhaut verborgen. Bald werden die Hornkiefer abgeworfen, der Mund erweitert sich und nimmt die breite Form des Froschmundes an. Es kommt zu Veränderungen der Ernährungsorgane, der Hautstruktur, die Kiemen bilden sich zurück, Vorderbeine treten hervor, es beginnt die Lungenatmung, und der Larvenschwanz wird eingeschmolzen.
Kaulquappen mit Hinterbeine - Entwicklung Kaulquappen zum Frosch


Anfangs wirken die Beinbewegungen der noch mit einem kurzen Schwanzstummel versehenden Jungfrösche unbeholfen und es sieht recht lustig aus, wenn sie sich etwas schaukelnd im Wasser vorwärts bewegen. Nach kurzer Zeit ist ihr Beinschlag jedoch kräftiger und gleichmäßiger geworden. Ein sonniger, regen warmer Tag gibt oft den Anstoß zum Verlassen des Wassers. Am Gewässerrand wimmelt es dann von Jungfröschen, die mit kurzen Sätzen vor unseren Schritten flüchten.
Jungfrosch sitzt auf Finger - Schöne Bilder


Die Umwandlung von der gliedmaßenlosen, durch Kiemen atmenden Kaulquappe zum vierbeinigen, schwanzlosen, lungenatmenden Frosch ist außerordentlich weitgehender und komplexer, als hier dargestellt. So kommt es z.B. entsprechend der eigenen Kopplung von Atmung und Blutkreislauf beim Übergang vom der Kiemen- zur Lungenatmung zwangsläufig zu Änderungen des Gefäßsystems. Auf Grund des notwendigen „Anschlusses“ der neuen Atmungsorgane dürfte dies sicher einleuchten. Eine wichtige Rolle spielt nach dem Übergang zur Lungenatmung auch noch die Hautatmung. Beim Grasfrosch steht die Sauerstoffaufnahme durch Lungen und Haut etwa im Verhältnis 3:1. Wie schon von älteren Untersuchungen bekannt ist, wird durch die Haut vor allem Kohlendioxid abgegeben. Außerdem existiert eine Mundhöhlenatmung, die man äußerlich gut an den Bewegungen des Mundhöhlenbodens erkennen kann. Durch sie wird eine Ventilation der gut durchbluteten Mundhöhlenschleimhaut bewirkt. Denken wir z.B. auch an die veränderte Bewegungs- und Ernährungsart und die andersartigen Verhaltensweisen.
Frosch sitzt auf Seerosenblatt