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Erstaunliche Vielfalt in der Natur

schöne Natur Bilder blick auf Teich

Schon auf den ersten Blick beeindruckt die verwirrende Vielfalt der am naturnahen, intakten Weiher und Teich vorkommenden Pflanzen- und Tierarten. Wenn nicht von vornherein bestimmte Neigungen oder Interessen vorliegen, fällt es durch den ständigen Wechsel der Szenerie schwer, sich auf irgendein Objekt zu konzentrieren.

Da lassen sich auf dem in voller Blüte stehenden Seerosenteppich Kleinlibellen zu kurzer Rast nieder. Die Weibchen des Großen Granatauges versenken dort in Begleitung des Männchens mit ihrem Legebohrer die Eier in den Blattstiel. Zum Erstaunen des Beobachters kann das Paar zur Eiablage auch ganz unter Wasser gehen und sogar eine Tauchdauer bis 15 Minuten erreichen. Viele Seerosenblätter werden von kleinen, schlanken, lebhaft metallisch glänzenden Käfern besiedelt. Es sind Schlafkäfer, deren Larvenfraßbild unverkennbar ist und denen es nichts ausmacht, wenn sie bei aufkommendem Wind durch ein Welle vom Blatt gespült und einmal im Wasser treiben.
Seerosenteppich auf Teich - schöne Sommer Natur

Zwischen dem Blattgewirr taucht unversehens ein Teichfrosch auf. Zunächst ragen nur Augen und Nasenlocher über die Wasseroberfläche. So verharrt er kurze Zeit, schwimmt dann mit einigen kräftigen Stößen der Hinterbeine näher heran und beginnt lauthals zu quaken. Die beiderseits hinter dem Mundwinkel weit hervor getriebenen dünnhäutigen Schallbinsen wirken hierbei als Resonanzen. Ringsherum stimmen andere Männchen ein, bist schließlich ein vielstimmiges Konzert ertönt.

Plötzlich retten sich die Bleißrallen flügelschlagend und auf dem Wasser laufend in wilder Flucht ins Schilf. Im niedrig Flug, mit Beute in den Fängen, zieht die Rohrweihe heran, deren Horst gut versteckt im dichten Rohrbestand liegt.
Schilf und Rohr an kleinem schönen Weiher

Wo soll man bei der Fülle von Eindrücken, Vielfalt der Formen, Farben, Bewegungen, Stimmen zuerst hinsehen, zum Bekannten oder Unbekannten?

Ein optischer wie akustische Anziehungspunkt ist vor allem die Vogelwelt, über deren Bestand und Veränderungen wir dank der bemerkenswerten Tätigkeit der Ornithologen in der Regel am besten orientiert sind. In keinem andern Fachgebiet ist die Zahl derer, die es aus Liebhaberei betreiben so groß wie in der Ornithologie. Die zunehmende internationale Zusammenarbeit spiegelt sich hier u.a. traditionell im Rahmen der Vogelbringung, des Internationalen Rates für Vogelschutz sowie in vielschichtigen Aktivitäten des Internationalen Zentrums für Wasservogelforschung wider, die das starke Interesse, das besonders dieser Vogelgruppe entgegengebracht wird, nachhaltig belegen.
schöner kleiner Vogel sitzt auf blühendem Baum im Frühling

Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, das sich der Vogelreichtum nicht allein aus dem Brutvogelbestand des Gewässers ergibt. Neben Hauben-, Rothals-, Schwarzhals-, Zergentaucher, Großer Rohrdommel, Zwergdommel, Stock-, Krick-, Knäk-, Tafelente, Höckerschwan, Wasser-, Teich-, Bleßralle, Lachmöwe, Drossel-, Teichrohrsänger und anderen Brutvögeln treffen wir auf Arten, die in dann Kontaktbiotopen, so z.B. in der Verlandungszone der Teiche oder den angrenzenden Feuchtwiesen brüten. Für Kiebitz, Bekassine, Rotschenkel, Rohrammer u.a. ist das Teichgebiet ebenso Nahrungsraum wie für die Graureiher, deren Kolonie mehrere Kilometer von den Teichen entfernt liegt, oder den in der Steilwand einer alten Sandgrube brütenden Eisvogel. Andererseits entfernen sich die auf angeschwemmtem Schilf und teils inmitten der Binsenbestände im Teich brütenden Lachmöwen auf ihrer Nahrungsflügen oft 10 bis 20 km weit von der Kolonie. Auf den Feldern fliegen sie hinter dem Pflug her und stürzen sich auf die zutage geförderten Engerlinge, „Drachtwürmer (Larven der Schnellkäfer) und Feldmäuse. Natürlich stehen andere Wasservogelarten ebenfalls in vielfältiger Weise mit den angrenzenden Biotopen in Verbindung.
Zwei Lachmöwen am Strand

Zur Vogelwelt des Gewässers gehören auch die hier rastenden und überwinternden Arten. So konzentrieren sich im Frühjahr und Herbst an größeren Teichen oder in Teichgebieten mitunter Tausende von Enten sowie eine große Zahl Taucher, Rallen und Möwen. Im Seichtwasser und auf den Schlickflächen fallen Limikolen zur Rast ein. Die einzelnen Trupps verweilen zum Teil wochenlang an den ihnen zusagenden Stellen, ziehen dann weiter und werden von Scharen neuer Durchzügler abgelöst.
Vogelwelt der Gewässers - Wasservogel bei Sonnenuntergang

Einen faszinierenden Anblick bieten die oft in den Rohrwäldern der Teichgebiete zu beobachtenden Massenübernachtungen von Rauchschwalben und Staren, deren Zahl in die Tausende, bei Staren sogar in die Zehntausende gehen kann. Solche Bilder ergeben sich vor allem nach der Ankunft aus den afrikanischen Winterquartieren sowie nach Abschluss der Sommerbruten bis in den Herbst hinein. Auch Uferschwalben, Bach- und Schafstelzen nächtigen häufig massenweise im Rohr der Teiche.

Diese sehr unterschiedliche Bindung an den Biotop und das Wasser trifft nicht allein auf die Vogelwelt zu, sondern gilt für eine Vielzahl von Arten verschiedenster systematischer Kategorien (Taxa). Besonders vielschichtig sind in dieser Hinsicht die Verhältnisse bei dem riesigen „Heer“ der Insekten, die nicht nur am, auf und über dem Wasser, sondern ebenso zahlreich auch im Wasser vorkommen. Wie sie bei näherer Betrachtung zeigt, ist selbst bei den direkt im Wasser lebenden Insekten die Bindung zum nassen Element recht verschieden. So gibt es unter ihnen Formen, für deren Larven das Wasser der Lebensraum ist. Die voll entwickelten, geschlechtsreifen Insekten leben dagegen im Luftraum, den sie auch zur Fortpflanzung und Ausbreitung nutzen. Das Wasser wird von ihnen nur zur Eiablage aufgesucht. Dies gilt beispielsweise für Köcherfliegen, die entgegen ihrem Namen nicht zu den echten Fliegen zählen und häufig mit Kleinschmetterlingen verwechselt werde, sowie für zahlreiche Zweiflügler- und Libellenarten. Jagen die Männchen vieler Großlibellen meist in unmittelbarer Nähe des Wohngewässers, so halten sich die Weibchen bis zur Geschlechtsreife oft fernab von ihm an Waldrändern und über Waldwiesen auf. Die Weibchen der sehr häufigen Blaugrünen Mosaikjungfer tauchen sogar in Dörfern und Großstädten auf.
Große Libelle sitzt auf Baum

In weiterer Entfernung vom Brutgewässer können auch die Tanzschwärme von Zuckmücken, der wohl artenreichsten Insektenfamilie unserer Binnengewässer, vorkommen. Mitunter sind diese so groß, dass sie von weitem wie Rauchwolken aussehen. Ein solcher Schwarm über einem Bauernhaus oder an einer Kirche einer Ortschaft hat schon manchmal Anlass zu blindem Feueralarm gegen.
Zückmücke sticht in Haut

Die einer ganzen Reihe von Formen leben auch die Imagines im Wasser, den Luftraum nutzen sie lediglich noch zur Ausbreitung. Denken wir hier nur an die im klaren Wasser zwischen den submersen Pflanzen beim Schwimmen und Luftholen an der Wasseroberfläche gut zu beobachtenden Fuchenschwimmer, Gaukler, Geldbrandkäfer oder die imposanten Kolbenwasserkäfer. Es mag vielleicht überraschen, aber gerade die Schwimmkäfer, deren populärste Art der Gelbrand ist, sind zum Teil recht gewandte Flieger. Bei Nahrungsmangel, Austrocknen der Tümpel oder während der Fortpflanzungsperiode unternehmen sie oft weite Flüge. Sie starten dazu abends oder nachts von einem erhöhten Punkt des Gewässerrandes. Ihr nächtlicher Flug endet erst, wenn im Mondschein eine glänzende Wasserfläche auftaucht. Häufig passiert es dabei, das sich die Käfer von blanken Metallflächen, Gewächshausglasdächern oder frisch geteerten Dächern täuschen lassen, auf denen sie dann landen. So erklärt sich letztlich die Fundortangabe „ Leipziger Hauptbahnhof“ für einen Geldbrand in der Insektensammlung eines Biologiestudenten.
Leipziger Hauptbahnhof Luftaufnahme

Die Ufervegetation dient für viele aquatische Insekten als Eiablagestätte. Dabei ist die Art und Weise, in der dies geschieht, sehr unterschiedlich. Die Skala reicht vom Abwerfen im Flug über das Absetzen von Gelegen auf dem Wasser, Festkleben unter Wasser bis zum Einstechen und Versenken der Eier in lebende oder tote Pflanzenteile sowohl über als auch unter Wasser.
Ufervegetation wunderbare Natur Bilder

Von den zahllosen Insekten dieser Zone seine vor allem die durch ihre ungewöhnliche Schwimmstellung auffallenden Rückenschwimmer sowie die unteren, gewandt schwimmenden Ruderwanzen genannt. Ihr Flugvermögen ist erstaunlich gut. Wird eine Ruderwanze verfolgt, dann schießt sie, durch kräftige Ruderschläge ihrer Hinterbeine empor getrieben, aus dem Wasser heraus und geht sofort zum Flug über. Beim Wasserfloh gelangen einige dieser zu den Wasserwanzen zählenden Formen in der Regel mit ins Netz. Der Aquarianer kennt sie sehr gut, und es passiert daher wohl kaum, dass er sich von einer „Wasserbiene“ wie der Rückenschwimmer im Volksmund heißt, stechen lässt. Weit weniger lebhaft sind die ebenfalls häufigen Wasserskorpione und Stabwanzen, die am Boden oder an Wasserpflanzen sitzend, auf Beute lauern.
Ruderwanze Wasserfloh kleine Insekten im Wasser

Zu den im Uferbereich fliegenden Insekten gehört auch eine Fülle von Schmetterlingsarten. Es sind hauptsächlich Eulenfalter, die tagsüber meist an Pflanzen und Baumstämmen sitzen und sich durch ihre Schutzfärbung kaum von der Unterlage abheben.
Schmetterling auf Blume - schöne Natur Bilder

Beim abendlichen Lichtfang fliegen sie in großer Zahl die aufgestellte Lichtquelle an. Im grellen Schein der Quarzlampe sowie auf dem dazu ausgelegten oder aufgespannten weißen Tuch wimmelt es von Faltern, außerdem erscheinen auch einige Hautflügler, Wasserwanzen und Käfer. Unter den Faltern befinden sich mehrere Schilfeulenarten, Züsler-, Rohrkolben-, Markeueln, weiterhin Rohrbohrer und Schilfwinckler, deren Raupen vor allem in Stengeln des Schilfrohres, aber auch in denen des Rohr- und Igelkolbens, Kalmus, der Wasserschwertlilie und Teichsimse leben. Von den angrenzenden Feuchtwiesen fliegen Falter an, stehen Weiden und Erlen am Ufer, dann verbreitert sich das Artenspektrum beträchtlich.
Bäume stehen an einem schönen Seeufer

Für alle blütenbesuchenden Insekten bietet sich von der Schwimmblattzone bis zum Gewässerrand ein vielfältiges farbiges Blütenmuster an. Selbst der von weitem einförmig erscheinende Röhrichtgürtel enthält einige „bunt blühende“ Arten. Wie groß die Zahl der von all diesen Blüten angelockten Insektenarten ist, deutet sich oft schon nach Beobachtung an einer der für das Gewässer typischen Wasserpflanzenart an. So konnten nach einer österreichischen Untersuchung an lokalen Beständen des Schmalblättrigen Rohrkolbens von Mai bist Ende Juni an den männlichen Blütenständen insgesamt 14 Zweiflügler- und 3 Käferarten als Blütenbesucher nachgewiesen werden.
Insekt Biene sitzt auf Blume

Bleiben wir noch im Bereich des Pflanzengürtels. Ein interessantes, wenn gleich weniger auffälliges Leben bietet sich auch auf der Unterseite der zahllosen Schwimmblätter. Neben kleinen, teils durchsichtigen, teils milchig weißen oder braun, schwarz, schwarzbraun, grünlich, gelb gefärbten Strudelwürmern, die schneckenartig auf einem Schleimband vorwärts kriechen, kommen hier Süßwasserpolypen vor. Ihre oft auf das 10- oder 15fache der Körperlänge ausgestreckten Fangarme (Tentakel) bilden zusammen mit denen benachbarter Polypen einen fast unsichtbaren Vorhang, der Wasserflöhen, Hüpferlingen, Wassermilben, Insektenlarven sowie anderen kleinen Wassertieren zum Verhängnis wird. Schon bei der geringsten Störung ziehen sich die Tiere sofort zu einem etwa stecknadelkopfroßen Klümpchen zusammen.
kleine Insekten Wassermilbe stark vergrößert

Die hirschgeweihartig verzweigten oder unregelmäßig geformten Überzüge an den Blättern vieler Weißer Seerosen sind Kolonien von Moostierchen. Sie bestehen ja nach ihrer Ausdehnung aus Hunderten oder Tausenden von Individuen. Ein lohnendes Objekt zur Beobachtung unter dem Mikroskop. Bei weiterer mikroskopischer Untersuchung der relativ sauberen Blattunterseite finden sich außerdem verschiedene Urtiere (Protozoa), wie Glockentierchen und andere festsitzende Wimpertierchen, dazu auch zahlreiche Rädertier arten (Rotatoria). Eigentlich eine Fundgrube für jeden Biologielehrer, der seinen Unterricht möglichst anschaulich gestalten will.
Weiße Seerose schöne Wasserpflanzen Bilder

Im dichten Gewirr des Schilfgürtels weisen manche Schilfstengel unter Wasser knollenförmige Verdickungen auf. Aus der Nähe entpuppen sich diese krustenförmigen Gebilde als Süßwasserschwämme, die den Stengel völlig umkleiden. Mitunter kommt es auch zu einer Vergesellschaftung mit Moostierchen. Solche Mischkolonien können auf einem Substrat im Uferbereich sogar mehrere Meter lange Überzüge bilden. Auf ihnen haben sich viele Urtiere, Rädertiere, Süßwasserpolypen und wenig borstige Würmer (Oligochaeta) angesiedelt.
Moostierchen - Süßwasserschwämme in Gewässern

Wie von Kinderhand in den Teichboden gezeichnet, wirken lange Furchen im Schlamm der Uferregion. Es sind Kriechspuren, an deren Ende wir auf eine Teich- oder Malermuschel stoßen. Meist hat sich die Muschel mit dem Vorderende tief in den Schlamm eingegraben, so dass lediglich der hintere Schalenteil hervorragt. Beide Arten treten stellenweise sehr häufig auf, können andererseits aber in vielen Teichen und Weihern fehlen. Ähnlich verhält es sich auch mit den nur etwa 8 bis 22mm langen Kugel-, Häubchen- und Erbsenmuscheln, Andere auf oder im Bodenschlamm lebende Formen, z.B. verschiedene Wenigborsten, Egel, Muschelkrebs, Libellen- und Zuckmückenlarven sind dagegen weitaus schwieriger oder nur bei gezielter Suche auszumachen.
Muschelkrebs hinterlassen Kriechspuren an Ufern

So spannt sich der Bogen von niederen zu hochentwickelten Formen, von Urtieren über einfache tierische Mehrzeller bis hinauf zu den Säugetieren mit solchen für Weiher und Teiche typischen Arten wie Wasserspitzmaus und Bisamratte. Er reicht von Bakterien über Blaualgen, Algen, Pilze, von denen vielleicht die Wasserschimmelarten durch den berüchtigten Erreger der Krebspest (Aphamomyces astaci) oder den Befall bei Fischen und Amphibien vielen am geläufigsten sind, bis zu den Bedecktsamern, deren Blüten sich in mannigfaltiger Form und Farbe am Gewässer darbieten. Von den erwähnten einfachen und niedrigen Organismen finden sich zahllose Arten in meist unvorstellbar großer Menge im Plankton. Dieser 1895 vom Kieler Physiologen V. Hensen geprägte Begriff, der sich vom griechischen Wort „to plankton = das Umher getriebene“ ableitet, umfasst die Gesamtheit der pflanzlichen und tierischen Kleinlebewesen im freien Wasser. Entweder „schweben“ die Planktonorganismen ohne jegliche Eigenbewegung im Wasser, oder sie sind zu einer mehr oder weniger großen aktiven Bewegung fähig, die jedoch nicht ausreicht, den Wasserbewegungen entgegenzuwirken. Die pflanzlichen Plankton formen bilden das Phyto-, die tierischen das Zooplankton.
Blaualgen überschuss der Gewässer durch zu viel Düngemittel

Am bekanntesten sind wohl die in den natürlichen Gewässern wie im Aquarium als Fischfutter unentbehrlichen großen Zooplankter „Waaserfloh und Hüpfling“. Hinter diesen geläufigen Namen verbirgt sich eine Vielzahl verschieden gestalteter und beim Wasserfloh auch je nach Aufenthaltsort unterschiedlich gefärbter Arten. Allerdings leben nicht alle Vertreter der Unterordnung Cladocera (Wasserflöhe) und der Unterklasse Copepod (Ruderfußkrebse, Hüpferlinge) planktisch.
Wasserfloh mit Eiern

Beim Wasserflohfang gehen wegen der relativ großen Maschenweite vor allem die gewünschten Kleinkrebse ins Netz. Reiche Ausbeute gewährleisten dagegen Planktonnetze, die aus feinster Gaze, der sogenannten Müllergaze, bestehen. Die Maschengröße dieser für Müllereien zum Sieben von Mehlsorten hergestellten Gaze wird in Nummern angegeben. So hat die Nr. 12 eine Maschenweite von etwa 10μm, die Nr 25 von 50μm. Das trichterförmige Planktonnetz endet in einem mittels Bajonettverschluss befestigten und leicht abnehmbaren Fangbecher. Dort sammelt sich die Fangausbeute.
So sieht ein Planktonnetz aus

Für die kleinsten Planktonorganismen sind aber selbst die allerfeinsten Maschen noch zu groß. Diese nicht im „Netzplankton“ enthaltenen Arten bilden das Zwerg- oder Nanoplankton, das durch Zetrifugieren der Wasserprboebn gewonnen wird. Man rechnte dazu Plankter, die kleiner als 50μm sind, wie Bakterien und kleinste Algen.

Das Süßwasserplankton (Limnoplankton) setzt sich in Bezug auf das Phytoplankton vor allem aus Bakterien, Blaualgen und Algen (Kiesel-, Grün- und verschiedene Gruppen von Geißelalgen) zusammen. Das Zooplankton besteht hauptsächlich aus Urtieren, Rädertieren und Kleinstkrebsen.
Kleinstkrebs - kleine Bewohner der süß-Gewässer

Wenn eingangs vom „Schweben“ der Planktonorganismen gesprochen wurde, dann kommt dies keinem echten, dauernden Schwebevermögen gleich. Voraussetzung dafür wäre die Gleichheit des spezifischen Gewichts vom Organismus und des ihn umgebenden Wassers. Das spezifische Gewicht des Photoplasmas lieft jedoch in der Regel bei 1,05 und somit etwas über dem des Wassers (1,0 bei 4 Grad Celsius). Daher schwebt der Organismus in Wirklichkeit gar nicht, sondern sinkt vielmehr sehr langsam und kaum merklich ab. Die Sinkgeschwindigkeit kann demnach vom Plankkter im Sinn einer Erhöhung der Schwebefähigkeit durch Verringerung des Übergewichts oder Vergrößerung des Formwiderstandes beeinflusst werden.

Unter dem Übergewicht ist die Dichtdifferenz zwischen Plankonkörper und Wasser multipliziert mit dem Körpervolumen zu verstehen. Für seine Verminderung bestehen mehrere Möglichkeiten. So kann es zru Ausbildung von leichterer Skelettsubstanz kommen. Dies trifft für viele planktische Kieselalgen zu, die einen sehr zarten Kieselpanzer besitzen. Aber auch durch eine wasserreiche Gallerthülle (bei zahlreichen Blaualgen, Grünalgen, einigen Rädertieren u.a.) und Einlagerung von Stoffen, die spezifisch leichter als Wasser sind, wie Öltropfen und Luft- oder Gasblasen, wird das Übergewicht verringert. Öltröpfchen kommen häufig bei Kieselalgen und Rädertieren vor, Gasvakuolen besitzen viele planktische Blaualgen. Die Auarianer kennen sicherlich die zwei Tragblasenpaare der von ihnen als „weiße Mückenlarve“ bezeichneten Larve der Büschelmücke. Sie ist übrigens die einzige Insektenlarve des Planktons.
Plankton im Wasser

Betrachten wir eine Planktonprobe unter dem Mikroskop, dann fallen verschiedenste Bildungen und Einrichtungen auf, die den Formwiderstand, der senkrecht zur Absinkrichtung angreift, erhöhen. Neben der Scheibenform, Ausbildung von Zacken, Hörnern, Leisten usw. kommt es vielfach zum Zusammenschluss zu Zellkolonien. Besonders eindrucksvoll sind hier die stern- und bandförmigen Kolonien der Kieselalgen mit solchen populären Formen wie dem Schwebesternchen oder der Kamm-Kieselalge.
Kieselalge stark vergrößert

Schon seit Ende des vorigen Jahrhunderts sind die Erscheinungen der Planktonzyklomorphosen bekannt. Man verseht darunter die im Jahresablauf von Generation zu Generation auftretenden Veränderungen der Körpergestalt verschiedener Plankter. Besonders augenfällig sind diese bei einigen Rassen planktischer Cladoceren. In unseren Breiten folgen hier den plumpen, rund- und kurzköpfigen Wintertieren Sommergenerationen mit teilweise weit ausgezogenem helmartigen Kopf, verlängertem Schalenstachel und ausgestreckter Form. Interessanterweise sind sogar einige pflanzliches Plankton zyklomorph.
pflanzlicher Plankton stark vergrößert im Nano Bereich 

Trotz langjähriger, intensiver Untersuchungen ist die biologische Bedeutung dieses Phänomens noch immer rätselhaft. Die Deutung der temporalen Planktonveriablilität als Anpassung an die im Sommer verminderte Tragfähigkeit des Wassers lässt sich heute nicht mehr aufrechterhalten. Wie sich inzwischen zeigte, können ohne auch andere Faktoren als die Wassertemperatur derartige Formänderungen bewirken. Bei dieser kaum übersehbaren Fülle von Arten, man schätzt die Zahl der in Binnengewässern vorkommenden Organischenarten auf über 70.000, könnte vielleicht der Eindruck entstehen, es handle sich hier um eine mehr oder weniger beziehungslose Ansammlung von Organismen. In Wirklichkeit bilden jedoch die im Gewässer vorhandenen Pflanzen und Tiere eine große Lebensgemeinschaft, die vom Ökologen als Biozönose bezeichnet wird. In ihr ergeben sich vielfältige Wechselbeziehungen der Organismen untereinander, es finden sich kleiner oder größere, leicht oder schwerer abgrenzbare Lebensgemeinschaften, denken wir nur an die eben besprochene Lebensgemeinschaft des Planktons.
Binnengewässer mit Pferden - Schöne Landschaftsbilder