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Die Natur im Spiegel der Jahreszeiten

Wenn der Frost Erde und Wasser erstarren lässt und die Gewässer von einer Eisdecke überzogen sind, wirkt die Landschaft wie ausgestorben. Der Schnee bedeckt Sträucher und Bäume, unter seiner Last biegen sich die Weidenzweige noch tiefer herab. Das Eis trägt und lockt zu einem Erkundungsgang über die weitläufigen Teichflächen.
Gewässer mit Eisdecke - winterliche Naturbilder


Vom kalten Nordwind weggeweht, häuft sich der Schnee im Röhricht und an den Binsenhorsten. Durch das klare Eis hindurch sieht man an vielen Stellen Wasserpflanzen, vor allem die aus Nordamerika eingeschleppte Wasserpest (Elodea canadensis). Aus dem Pflanzendickicht steigen hin und wieder kleine Sauerstoffblasen empor. Ein Zeichen, dass die Pflanzen auch unter dem Eis assimilieren, solange es die Lichtverhältnisse erlauben. Das Leben pulsiert in den frostfreien Bereichen. Pflanzen- und Tierreste werden im Kreislauf der Stoffe abgebaut und remineralisiert. Vom Teichboden aufsteigende größere Gasblasen, die sich unter der Eisdecke sammeln und schließlich einfrieren, zeugen von den Abbauprozessen. 
schöner Winterlandschaft von Schnee bedeckte Natur


Die Luftblasenbahnen im Klareis, in der Nähe gelegentlich auch abgebissene Pflanzenteile zu beobachten sind, deuten auf die Anwesenheit von Bisamratten hin. Ihre aus Schilf oder anderen Wasserpflanzen zum Schutz gegen Kälte und Frost gebauten Winterburgen finden sich an vielen Stellen der Teiche. Die größte Burg im Teichgebiet erreicht über dem Eis die beachtliche Höhe von 1,40m. Demzufolge dürfte die auf dem Teichboden aufsitzende Burgsohle einen Durchmesser von gut 2 bis 3 m besitzen. Übrigens kann es durchaus passieren, dass man selbst zu dieser Jahreszeit „auf dem Eis“ eine Bisamratte antrifft, die das Gewässer an einer eisfreien Stelle verlassen hat, um sich kurzzeitig in der Sonne zu wärmen. 
Bisamratte - im Wasser lebende Tiere


Auf dem Teichdamm zeichnen sich im Schnee die Spuren vom Wildschwein und eines flüchtigen Hermelins ab. Im niedrigen Flug zieht ein Schwarm Bergfinken vorbei. Sie kommen aus den Nadel- und Birkenwäldern Nordeuropas und sind in Mitteleuropa regelmäßige Wintergäste.
Wildschwein im Wald und Schnee


Zu dieser Jahreszeit bereitet der Futterfang für den Aquarianer kein Vergnügen. Durch die starke Eisdecke muss zunächst ein Loch geschlagen werden. Kleinste Eisstückchen spritzen auf. Dann ist es so weit, das Stocknetz wird durch verschiedene Wassertiefen gezogen. Die Ausbeute ist aber nicht allzu groß. Im Netz bleibt nach dem Ablaufen des Wassers ein schwach grünlicher Brei zurück. Es sind weitgehend Ruderfußkrebse, vor allem halberwachsene Tiere, ohne Eiersäcke. Neben Cyclopiden findet sich auch Diaptomus. Die schlanken, durchsichtigen Diaptomus-Arten (Schwebekrebschen) weisen durch die in ihrem Fettkörper eingelagerten roten, blauen oder orangegelben Öltröpfchen eine herrliche Färbung auf. Sobald die Sonne etwas höher steigt und wärmer scheint, schmilzt das Eis, schwellen die Knospen der Weiden und Erlen am Gewässer. Von den obersten Ästen der Eichen herab verkünden die Stare mit ihrem pfeifenden, schmatzenden Gesang den nahen Frühling. Trotz des wechselhaften Wetters halten sich seit dem letzten Februardrittel auch die Kiebitze wieder im Teichgebiet auf. Zwar überzieht hin und wieder ein dichter Flockenwirbel die Landschaft mit einer dünnen Schneedecke, die weiße Pracht ist jedoch nicht beständig und schmilzt schnell dahin.
Landschaft mit dünner Schneedecke - Natur im Winter



Am Dorfweiher haben sich die Bachstelzen eingestellt. Mit wippendem Schwanz trippeln sie auf der Suche nach Bodeninsekten am Ufer entlang. Im Vorjahr bauten sie ihr Nest in einer der alten hohlen Kopfweiden.
schöner Dorfweiher mit Enten


Der anhaltende Sonnenschein hat die Weidenkätzchen hervorgelockt, die weithin sichtbar im kräftigen Goldgelb und Silbergrau schimmern. Es summt und brummt um die Weiden wie bei einer Orchesterprobe. Die Bienen stürzen sich auf das überreiche Pollenangebot. Sie fliegen mit großen Pollenklumpen an den Hinterbeinen zum Stock zurück, wo sich die Pollenbretter der Brutnester füllen.
Weidenkätzchen mit Biene - Frühlingsbilder


Auch Zitronenfalter und Tagpfauenaugen haben die ergiebigen Nektarquellen entdeckt. Sie gaukeln von Kätzchen zu Kätzchen, gleiten dahin, schrauben sich hoch in die Luft, fliegen jedoch immer wieder um die blühenden Weiden, nur gelegentlich einmal mit weit ausgebreiteten Flügeln in der warmen Sonne ruhen. Ihren langen schlanken Fühlern entgeht nicht die feinste Duftnuance. Wer zweifelt noch daran, trotz fortdauernder Nachtfrostgefahr, der Frühling ist eingekehrt.
Tagpfauenauge - schöne Schmetterling


Im Auwald sind durch den Anstieg des Grundwasserspiegels wieder alle Senken mit Wasser gefüllt. Es wimmelt in ihnen nur so von Stechmückenlarven. Zwei bis drei Netzzüge liefern einen faustgroßen Klumpen der jungen Mückenbrut. In einigen Tümpeln, deren Boden stark mit halb verrottetem Falllaub bedeckt ist, schwimmen langsam, mit gleichmäßigem Beinschlag, Kiemenfüße (Siphonophanes grubei). Man muss schon recht genau hinsehen um die 1,5 bis 2cm langen Tiere, die wie Wasserflöhe zur Unterklasse der Blattfußkrebse gehören, bei der starken Wasserspiegelung zu entdecken. Der Arbeitsrhythmus ihrer blattförmigen Beine, über die kopfwärts regelrecht Bewegungswellen laufen, beeindruckt stets von neuem. Je nach Wassertemperatur und Tiergröße sind es in einer Minute etwa 140 bis 400 Beinschläge. Bei den Weibchen ist außerdem die am Hinterleib liegende Bruttasche in ständiger Bewegung. Mit Eiern prall gefüllt, wird sie abwechselnd nach links und rechts gedreht. Die Beine dienen den Kiemenfüßen auch zum Atmen und Nahrungserwerb. Sie filtrieren kleinste Nahrungspartikel, wie Algen und organisches Zerreibsel (Detritus), aus dem Tümpelwasser. Wer einige dieser interessanten Kleinkrebse mit nach Hause nimmt, sollte sie möglichst im Kühlschrank aufbewahren und regelmäßig mit algenreichem Wasser füttern.
Kiemenfüße - kleine Wasserlebewesen


Schon seit Anfang März habe Teichmolche (Triturus vulgaris) und Grasfrösche (Rana temporaria) die Winterquartiere verlassen. Im seichten, sich schnell erwärmenden Wasser der Tümpel und Gräben, am Rand der Weiher und Teiche ist das Liebeswerben der Molche in vollem Gange. Neben dem imposanten Hochzeitskleid der Männchen mit dem gekerbten Rückenkamm, den lappenartigen Hautsäumen der Hinterfüße und seinen leuchtenden Farben verblassen regelrecht die schlicht aussehenden Weibchen. Wen wundert es daher, wenn die Männchen ein bevorzugtes Fanobjekt der Kinder sind. Stolz wird die Beute im Marmeladenglas heimwärts getragen. 
Teichmolch - Lebewesen in Weiher und Teichen


Ein Bild, das sich jährlich im Frühling wiederholt. In den großen gallertartigen Laichballen der Grasfrösche (Rana temporaria), die mitunter 3.000 bis 4.000 Eier enthalten, beginnen sich die Embryonene zu bewegen. Die anhaltend warme Witterung beschleunigt die Entwicklung. Auch die Moorfrösche haben inzwischen gelaicht. Ende März treffen die ersten Erdkräten am Laichwasser ein. Anfangs sind es fast nur Männchen. Ihr dumpfer, etwas schnarrender Lockruf klingt durch das Fehlen der Schallblase nicht laut und ist kaum 150m weit zu hören.
Grasfrosch - Schöne Bilder von Fröschen


Am Ufer der Gewässer wachsen Blätter der Wasserschwertlilien empor. Zwischen dem Blattwerk der submersen Pflanzen schwimmen ziegelrote Wassermilben auf der Jagd nach Muschelkrebsen, Hüpferlingen oder weichhäutigen Insektenlarven. Hin und wieder sieht man Rückenschwimmer paarweise an der Wasseroberfläche hängen, das Männchen etwas unterhalb vom Weibchen. Es ist Paarungszeit für Ruder-, Schwimmwanzen und Rückenschwimmer. Wasserkäfer tauchen aus dem Pflanzengewirr auf, bleiben wenige Sekunden an der Oberfläche hängen und schwimmen wieder, mit Frischluft versehen, in die Tiefe. Für den Gelbrand beginnt die Zeit der Eiablage. Unruhig rudern die Weibchen von Pflanze zu Pflanze. Ist endlich die geeignete sauerstoffreich Wirtspflanze gefunden, dann werden mit dem Legeapperat die Eier in sie versenkt.
Wasserkäfer beim tauchen


Hoch über den Teichen kreisen die Rohrweihen. Seit ihrer Ankunft brillieren sie mit wechselvollen, von tiefen Abstürzen unterbrochenen Balzflügen. Von den angrenzenden Feuchtwiesen klingt das „Meckern“ der Bekassine (Gallinago gallinago) herüber. Das Männchen imponiert dem am Boden sitzenden Weibchen mit seinen Liebesspielen. Etwa alle 6 bis 8 Sekunden produziert es etwa 2 Sekunden lang diese eigenartigen, an das Meckern einer Ziege erinnernden Tonfolgen. „Himmelsziegen“ werden die Bekassinen daher im Volksmund genannt. Lange war unklar, wie die Töne zustande kommen. Nachdem man zunächst glaubte, dass sie von der Stimme oder den Flügeln erzeugt würden, wies 1885 B. Altumauf die Schwanzfedern hin. Die Vögel kippen im schnellen Flug plötzlich seitwärts ab und stürzen dann 10 bis 15m in die Tiefe. Dabei werden die äußeren Schwanzfedern seitlich in den Fahrtwind gedreht. Die hohe Sturzgeschwindigkeit lässt die Schwanzfedern vibrieren und so entsteht der meckernde Ton. In erster Linie erzeugen ihn die äußeren Federn, die in ihrer Gesamtkonstruktion der kurzen extremen Beanspruchung besonders gut angepasst sind.
Bekassine - Schöne Vögel am Ufer


Geschickt versteckt im Weidengebüsch am Rand des Teichdamms liegt das Nest der Stockente (Anas platyrhynchos). Es ist ein ziemlich einfacher Bau aus trockenen Halmen und Blättern, mit Daunen ausgelegt. Die 9 graugrünen Eier fühlen sich noch warm an. Vor dem Verlassen des Nestes hat sie das Weibchen, das auf dem Teich nach Nahrung sucht, mit den bräunlich-grauen Daunen bedeckte.
Stockenten Pärchen - männliche und weibliche Ente


Nicht weit davon entfernt, an der Schilfkante des stark verlandeten Nachbarteiches, hat die hoch beschlagene Bache aus Schilf einen Kessel ausgepolstert. Er ist nach allen Seiten durch Altschilf und niedrige Weiden gegen Sicht vorzüglich gedeckt. 
Bache mit Frischling - Wildschweine


Mitte April treten die ersten Vegetationsfärbungen auf. Bei günstigen Temperatur-, Licht- und Nährstoffverhältnissen kommt es zur Massenentwicklung von Phytoplanktern. Denken wir nur an grün gefärbte Tümpel oder Dorfteiche, die vielerorts fast schon zum vertrauten Bild geworden sind. Bei der mikroskopischen Untersuchung einer Planktonprbe zeigen sich Massen von „Augentierchen“ (Euglena), vor allem das beliebte Schul- und Demonstrationsobjekt Euglene viridis.
grün gefärbter Teich - schöne Natur Bilder


Weitaus seltener, wenngleich berühmter ist Euglena sanguinea, die vor allem auf Weidentümpeln des Alpenvorlandes blutrote haut-artige Überzüge bildet. Das unvermittelte Auftreten solcher Rotfärbungen führt stets zu wilden Gerüchten und Legenden über diese „Bluttümpel“ oder „Blutseen“.
Naturschauspiel - Euglena sanguinea - Blutroter See


Relativ früh sind die Rauchschwalben (Hirundo rustica) aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. In den ersten Tagen nach der Ankunft nächtigen sie massenweise im alten Rohr der Teiche. An Nahrung mangelt es ihnen hier wahrlich nicht. Im schnellen Flug jagen sie Mücken, Fliegen und andere Insekten, bei trockener Witterung teilweise in beträchtlicher Höhe, bei feuchter, wenn die Insekten durch die Luftfeuchtigkeit herabgedrückt werden, dicht über dem Wasser. Fliegen die Schwalben tief, dann gibt es Regen sagt der Volksmund.
Rauchschwalbe mit Kücken im Nest


Etwa zur gleichen Zeit sind auch Mehl- und Uferschwalben wieder da. Aus dem Schilfdickicht erklingen die dumpfen Rufe der Großen Rohrdommel, vom Wald her meldet sich der Kuckuck (Cuculuc canorus).
Kuckuck sitzt auf Baum


In der Lachmöwenkolonie, die seit Jahren auf einem fischereiwirtschaftlich nicht mehr genutzten Teich besteht, herrscht reges Treiben. Ständig fliegen Möwen zwischen den Nahrungsrevieren und der Kolonie hin und her. Bei Störungen erhebt sich laut kreischend eine weiße Vogelwolke. Das Rufen und Fliegen der Möwen beherrscht die Szenerie. Es dauert einige Zeit, bis die allgemeine Erregung abklingt und die Tiere wieder auf ihre Nester einfallen. Der Nestbau ist im allgemeinen abgeschlossen. Im ersten Maidrittel dürften die vollen Gelege (etwa 3 Eier) vorliegen. Es ist erstaunlich, wie sehr die durchschnittlich 35,6g schweren olivgrün bis -bräunlich gefärbten und mit grauen oder dunkelbraunen Flecken versehenen Eier in der Färbung (teilweise auch in Form) variieren. Wie in jedem Jahr brüten auch diesmal wieder am Rand der Kolonie einige Schwarzhalstaucher.
Lachmöwen im Flug - schöne Bilder Möwen


Zusehends verschwindet das gelbe Altschilf im frischen Grün unzähliger kräftig empor treibender neuer Halme, Viele Weiher und Teiche sind fast völlig vom weißen Blütenmeer des Gemeinen Wasserhahnenfußes (Ranunclulus aquatilis) bedeckt. Es sieht aus, als sei über Nacht Schneegefallen. Auf den Blüten tummeln sich Schwebfliegen, Bienen, Hummeln und Käfer.
Wasserhahnenfuß - Blütenmeer auf Gewässer


Am Ufer leuchten weithin die hellgelben Blüten der Wasserschwertlilien. Das zarte grün der von Sonnenstrahlen durchfluteten Weidenbüsche, Birken, Erlen und Eichen steht im reizvollen Kontrast zum wolkenlosen Blau des Frühlingshimmels. Sumpfdotterblumen und Fieberklee überziehen die Feuchtwiesen mit dottergelben, weißen und zartrosa Farbtupfern.
Wolkenloses Blau des Frühlingshimmels - schöne Bilder Natur


Aus den Schilfwäldern ertönt das „karre karre kiet kiet“ des Drosselrohrsängers (Acrocephalus arundinaceus). Die letzten Zugvögel, unter ihnen die Rohrsänger, sind eingetroffen. Nun ist der sangesfreudige Vogelchor mit seiner breiten Klangfülle komplett. In das Stimmgewirr fallen Wasserfrösche und Rotbauchunken ein. Mit dem warmen Wind weht ein zarter Blumenduft heran. Die jungen Blätter der Birken vibrieren und zaubern ein unermüdliches Wechselspiel von Lichtkontrasten. Vorbei ist das anscheinend noch überschaubare Leben und Treiben des Vorfrühlings. Explosionsartig, immer reicher, in verwirrender Fülle und Vielfalt entwickeln sich Pflanzen- und Tierwelt, die in den Monaten Mai und Juni ihren Höhepunkt erreichen.
Drosselrohrsänger - schöne Vögel in der Natur


Tannenwedel, Krebsschere, Wasserfeder, Pfeilkraut und Froschlöffel kommen zur Entfaltung. Teich-, Seerosen, Laichkräuter und Wasserlinsen bilden dichte grüne Teppiche, Gilbweiderich, Sumpfziest, Schwanenblume, Igelkolben und wie sie alle heißen, schmücken das Gewässerufer. Große Schwärme tiefschwarzer Kaulquappen durchziehen das seichte Wasser. In den Laichteichen spritzt das Wasser unter den Schlägen der ablaichenden Karpfen auf. Binnen einiger Stunden geben die Rogener ihre ganze Eimasse von oft über 1 Million Eiern ab. Auch Schleien, Rotfedern und Moderlieschen laichen in diesem Zeitraum.
Kaulquappe schwimmt im Wasser


Der Insektenflug nimmt immer mehr zu. Das bunte Blütenmosaik zieht Scharen von Blütenbesuchern an. Im strahlenden Sonnenschein schwirren Libellen auf der Jagd nach Fliegen, Mücken und Schmetterlingen umher. Vor Sonnenuntergang schwärmen die Männchen der Eintagsfliegen über den Weidenbüschen.


Heftige Gewitterregen lassen im Frühsommer hier und dort zahlrreiche Tümpel entstehen. Im warmen, lehmig trüben Tümpelwasser kann man gelegentlich merkwürdige, fast urtümlich aussehende Tiere beobachten. Es sind Kiemenfüßer (Triops cancriformis), die sich außerordentlich schnell entwickeln und unter günstigen Bedingungen einen Gesamtlänge von 10cm erreichen können. Ihr Körper wird weitgehend von einem braunen, flach gewölbten Rückenschild bedeckt. Dieser trägt die dicht nebeneinander liegenden Augen und verjüngt sich nach hinten. Der über den Schildrand hinausragende Hinterleib ist segmentiert und endet in zwei langen Schwanzfäden (Furka). Etwa in Augenhöhe ragen unter dem Schild auf jeder Seite drei lange vielgliedrige Fäden hervor. Sie gehören zum 1. Beinpaar und dienen diesen eigenartigen Kleinkrebsen zum Tasten und zur chemischen Wahrnehmung. Die übrigen Beinpaare sind blattförmig ausgebildet und nur von der Unterseite her sichtbar. Sie werden zum Körperende hin fortlaufend kleiner sowie undifferenzierter.
Kiemenfüßer Triops Urzeittierchen in See und Teichen


Zur charakteristischen Lebensgemeinschaft solcher Tümpel gehört im mitteleuropäischen Raum meist noch der Echte Kiemenfuß, der große Wasserfloh und der Tümpel-Wasserfloh. Neben den durch ihren Beinschlag aufgewirbelten Bodensedimenten fressen die Kiemenfüße auch diese Krebsarten, ja selbst kleine Artgenossen.
kleiner Tümpel in winterlicher Landschaft


Der Wind treibt dichte Pappelwolle zum Weiher. Soweit man sehen kann, ist die Luft von kleinen mit seidig weißem Haarschopf versehenen Samen erfüllt. Sie treiben auf dem Wasser, bedecken den Erdboden und türmen sich oft an windgeschützten Stellen im Uferbereich zu flockigen Haufen.
Weiher im Wald - Naturbilder Wald und Wasser


Die Stockente führt Junges. In Kiellinie folgen sie der Mutter am Rand des Vegetationsgürtels. Auf den offenen Wasserflächen schwimmen Bleßrallen- und Taucherfamilien. In den ersten Lebenstagen verkriechen sich die jungen Taucher immer wieder im Rückengefieder der Eltern, wo sie ruhen, Wärme und Schutz finden. Meist deuten die leicht aufgestellten Flügel des Altvogels auf das Tragen von Jungen hin. Bei plötzliche auftretender Gefahr nimmt er diese mit unter Wasser, wobei wahrscheinlich die Flügel fest an den Rücken oder die Flanken gedrückt werden. Interessanterweise sollen sogar im Flug abgeschossene Taucher Junge auf ihrem Rücken getragen haben.
Stockente mit Junges auf Teich - Tierbilder


Durch die anhaltend warme Witterung sinkt der Wasserspiegel weiter ab. Im Weiher erhöht sich der Detritusgehalt, Schwefelbakterien weisen auf die fortschreitende Saprobisierung hin. Die Tümpel sind ausgetrocknet. Wo vor kurzem noch Wasser stand, existiert jetzt nur eine trockene, von mehr oder weniger tiefen Spalten und Rissen durchzogene Schlammfläche. Binsen, Froschlöffel (Alisma) und andere feuchtigkeitsliebende Arten markieren gleichsam die Stellen der einstigen Feuchtbiotope.
Tümpel fast ausgetrocknet - Wilde Naturbilder im Sommer


Verlassen liegt der Rohrweihenhorst im dichten Rohrbestand. Am Horstrand finden sich noch Rest einer Bleßralle und zwei nahezu mumifizierte Wasserfrösche. Seit Mitte August sind die jungen Weiher flügge. Sie halten sich jetzt irgendwo im Rohrwald auf, werden noch einige Zeit von den Altvögeln gefüttert und geführt, bis sie sich dann endgültig von ihnen trennen.
Wasserfrosch sitzt im Wasser



Die Störche lassen erste Zeichen von „Zugstimmung“ erkennen. Immer häufiger kreisen sie über dem Dorf, den Wiesen und Feldern. Auf der Feuchtwiese am Teichrand, wo sie sich seit Tagen versammeln, wechselt ihre Zahl ständig.
Storch - schöne Bilder von Zugvögeln


Im Wiesenweiher schwimmen Schwärme von Jungfischen. Bei den Kaulquappen sind die Hinterbeine vollständig ausgebildet, die Vorderbeine brechen durch, und der Schwanz schrumpft immer mehr ein. Ende August ist die Metamorphose beendet. Überall am Weiherrand stößt man auf die kleinen, etwa 2 cm langen jungen Wasserfrösche.
Junger Wasserfrosch - schöne Tierbilder bei Regen

Die ersten Frühnebel kommen auf. Es dauert lange, bis die wogenden Nebelwände von Sonnenstrahlen durchdrungen werden und sich auflösen. Erst gegen Mittag sind die letzten Nebelschwaden verschwunden. Blätter und Halme trocknen ab, lila Blüten der Herbstzeitlosen leuchten wieder weithin.
Nebelwand von Sonnenstrahlen durchdrungen - Natur Bilder


Auf den Leitungsdrähten sitzen Trupps von Rauchschwalben. Vor dem Dunkelwerden vereinigen sie sich zu großen Schwärmen, die über den Wasserflächen der Teiche nach Insekten jagen, ehe sie zur Übernachtung im Schilf einfallen. Die ursprünglich ziemlich kleinen Starenschwärme haben sich durch Zuzug aus den Sommerbruten und der weiteren Umgebung ständig verstärkt und bieten, wenn sie sich eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang ebenfalls zur Ruhe begeben, ein imposantes Bild. Bevor sie sich niederlassen, vollführen sie mit erstaunlicher Wenigkeit elegant aussehende Schwenkungen. Kommt ein Greifvogel in die Nähe des Schwarm, so wird er sofort attackiert und in die Flucht geschlagen. Mit gewaltigem Brausen fällt die riesige Schar schließlich ein, erhebt sich jedoch noch mehrfach wieder, und es vergeht einige Zeit, bis sie endgültig zur Ruhe kommt und das Gezwitscher verstummt. 
Starenschwarm - Vögel fliegen im Schwarm


Auf den Teichen schwimmen große Mengen von Enten. Ihre Zahl der Artzusammensetzung wechseln nahezu täglich. Vom Ufer fliegt mit hellem „hidihi hididi“ ein Trupp Bruchwasserläufer (Tringa glareola) auf. Immer häufiger ertönen die Flötenrufe ziehender Limikolen. Auffällig und zum Teil auch kaum bemerkt ist seit langem der Vogelzug im Gange. Die Störche sind bereits weggezogen. 
Bruchwasserläufer - Vögelbilder vom Ufer


Nach und nach geht das reiche Insektenleben über dem Wasser zurück. Die Bisamratten sind eifrig beim Burgenbau. Zusehends verliert sich das Grün der Blätter in herbstliche Farben. Auf den Teichdämmen steht die Rotfärbung der Eichen im reizvollen Kontrast zum Goldgelb des Röhrichtgürtels.
schöne Natur Landschaften im Herbst


Regenschauer peitschen das Wasser, die Abfischung verläuft bei unfreundlichem Wasser. Der Sturm rüttelt an den Bäumen, erste Nachtfröste treten auf. Bald schwimmen Blätter statt Wasserlinsen auf Weihern und Teichen.
Regenschauer - schöne Bilder von Unwettern


Der Insektenflug hat aufgehört. In der Uferregion bedecken Pflanzenreste und leere Schneckenhäuser die Wasserfläche. Bei der Analyse von Wasserproben erkennt man unter dem Mikroskop zahllose sattelartige Schalenteile (Ephippien) eingeschlossene Dauereier von Wasserflöhen, Dauerformen von Süßwasserschwämmen und Moostierchen. Die Temperaturen sinken weiter ab. Ende Dezember überzieht wieder eine dünne Eisdecke die Gewässer.
Gewässer von einer Eisdecke überzogen - Winterbilder