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Organismen als Anzeiger der Wassergüte

Jedes Gewässer wird in Abhängigkeit von seinen spezifischen ökologischen Verhältnissen, insbesondere dem Nahrungsangebot, von bestimmten Lebewesen besiedelt. Ähnlich wie die an Land lebenden Organismen stellen die Wasserorganismen sehr unterschiedliche Ansprüche an ihr Lebensmilieu. Bei der Untersuchung der Lebensgemeinschaft eines Gewässers erhält man daher Aufschluss über den Gewässer zustand, der unter dem Aspekt der Wassernutzung auch als Gütezustand bezeichnet wird.
schöne Gewässer - Natur Wasser und Berge bei Abenddämmerung


Gegenüber den physikalischen und chemischen Untersuchungen, die den momentanen Zustand charakterisieren, erfasst die biologische Analyse eine längere Zeitspanne, da Pflanzen- und Tierarten keinem raschen Wechsel unterliegen. Schon anhand einer einzelnen Untersuchung ist somit eine Aussage über den durchschnittlichen Gewässerzustand möglich. Angaben zur Konzentration von Verunreinigungsstoffen und über ihre Art – von einigen Stoffen, z.B. Schwefelwasserstoff, Eisen und Kochsalz, abgesehen – kann das biologische Verfahren jedoch nicht liefern.
Pflanzen und Tiere - Marienkäfer auf Blume


Als Indikatororganismen (Zeigeorganismen, Bioindikatoren) eignen sich Arten, die eine enge Bindung an bestimmte Umweltverhältnisse zeigen. Je enger diese ist, umso höher ist der Wert der betreffenden Art als Indikator. Ausgesprochen euryöke Organismen, d.h. Arten, die sich durch eine große Toleranzbreite und Anpassungsfähigkeit auszeichnen, sind zur Beurteilung der Wassergüte daher wenig aussagekräftig. 
Umwelt - Mensch und Natur - Central Park New York


Auch die Wasservogelfauna kann als Indikator für den ökologischen Zustand der Gewässer herangezogen werden. Bekanntlich waren es unter den Wirbeltieren besonders die Vögel, die uns über die Auswirkungen von Umweltbelastungen erste und vielfältige Hinweise lieferten. Gegenwärtig liegt eine nahezu unübersehbare Fülle von Arbeiten zur Giftbelastung von Vogelpopulationen, Akkumulation verschiedener Gifte über Nahrungsketten und -netze sowie über die sich daraus ergebenden Konsequenzen vor.
schöner bunter Vogel im Winter


Wie man auf größeren stehenden Gewässern beobachten kann, eignet sich die Anzahl und das Artenspekturm der „Wasservögel“ durchaus als Maß für die Beschaffenheit der Wasserqualität. So weisen die sehr nährstoffreichen polysaproben Gewässer „eine Artenkombination von Schlammfauna- bzw. Allesfressern, wie z.B. verschiedene Enten- und Möwenarten, an den oligotrophen Gewässern kommen fast nur Fischfresser, wie Kormorane, Reiher und Taucher vor“.
Wasservogel mit Fisch im Schnabel - Eisvogel


Unter „oligotroph“ versteht man ein nährstoffarmes Wasser, das übrigens weitgehend der oligosaproben Stufe entspricht. Der Hydrobiologe kennzeichnet mit der Trophie und den verschiedenen Tropiestufen die Intensität der organischen photoautrophen Produktion, mit anderen Worten den Nährstoffgehalt des Gewässers.